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Wie wäre es mit... einer Karriere als Richter?

Karrierewege & Fachbereiche

Wie wäre es mit... einer Karriere als Richter?

Bist auch du auf der Suche nach dem Traumjob? Oder suchst du nach einer Motivation während des Studiums? Einem Ziel? Einer der klassischen Berufe für Juristen ist der des Richters. Der Job bringt auf der einen Seite zwar sehr viel Verantwortung mit sich, bietet andererseits aber auch Abwechslung, ein sicheres und gutes Einkommen und in wirtschaftlichen Krisenzeiten ein ganz besonderes Schmankerl, denn ein Richter ist nahezu unkündbar und kann nicht versetzt werden! Doch wie wird man eigentlich Richter? Wir haben für dich recherchiert!

 

Wie kann man überhaupt Richter werden?

In Deutschland kannst du nur als Volljurist Richter werden, da es die sogenannte Befähigung zum Richteramt braucht. Das bedeutet ein abgeschlossenes Jurastudium und ein überdurchschnittlich gutes zweites Staatsexamen, meistens ein Prädikatsexamen. Darüber hinaus gibt es in einigen Bundesländern noch Einstellungstests, mit denen zusätzlich die charakterliche Eignung und andere Softskills überprüft werden. Das ist es aber auch „schon“. Jetzt kannst du noch Wunschorte nennen bevor das Warten auf Zusagen bzw. Bewerbungsgespräche beginnt.

 

Wer jetzt eingestellt wird ist also bereits unkündbar?

Leider nein. Nach der Einstellung bist du zunächst „nur“ Richter auf Probe. Das bedeutet, dass eine Kündigung noch mindestens drei und höchstens 5 Jahre möglich ist. Die ersten zwei Jahre sogar ohne besonderen Grund, ab dem dritten Jahr nur noch durch Nachweis der Ungeeignetheit für das Richteramt. Kündigungen sind aber in der Praxis die Ausnahme, eine Übernahme die Regel. Das Gesetz sieht vor, dass du nach zwei Jahren übernommen werden kannst und spätestens nach fünf Jahren zum Richter auf Lebenszeit im Beamtenverhältnis ernannt werden musst. Außerdem darf ein Richter auf Probe im ersten Jahr keine Familiensachen entscheiden.

 

Aber versetzt werden geht wirklich nicht?

Ein klares Jein. Während der Zeit als Richter auf Probe geht das sehr wohl und zwar auch gegen deinen Willen. Es kommt sogar recht häufig vor. Später als Richter auf Lebenszeit ändert sich dies und eine Versetzung geht nur noch mit deinem Einverständnis bzw. auf deinen Willen hin.

 

Was verdient man als Richter und wie viel muss man arbeiten?

Als Anfänger wirst du zunächst nach der Besoldungsgruppe R1 bezahlt, das bedeutet ca. 3500 Euro. Dazu kommen eventuelle Familienzuschläge und vermögenswirksame Leistungen. Aufstiegsmöglichkeiten bestehen natürlich auch, zum Beispiel durch Aufstieg im gleichen Gericht, Wechsel der Gerichtsbarkeiten und - wie für Beamte üblich - mit Dauer der Anstellung. Die Arbeitszeiten variieren leicht zwischen den verschiedenen Dezernaten, insgesamt sprechen Anfänger allerdings von einem sehr großen Arbeitsaufwand, bei dem auch 60-Stunden-Wochen zu Beginn nicht die Ausnahme sind. Allerdings berichten viele Richter, dass mit der Erfahrung auch eine deutliche Senkung der Arbeitszeit einhergeht, so dass ein Richter später auf 8 – 9 Arbeitsstunden täglich kommt.

Übrigens: Wer sich vor dem Richteramt scheut, weil er Angst hat viel weniger Geld zu verdienen als seine „Prädikatskollegen“ in der freien Wirtschaft, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Wer als Richter Karriere macht und zum Beispiel am Bundesgerichtshof landet, der verdient schon 9167,62  Euro zuzüglich möglicher Zulagen monatlich!

 

Und was bietet das Richteramt noch so?

Als Richter genießt du einige Privilegien, die nur das Richteramt mit sich bringt. Denn welcher Angestellter war zum Beispiel noch nie von seinem Chef genervt, weil dieser ihm zu viel über die Finger schaut? Und jetzt kommt es: Ein Richter wird in diesem Sinne nicht kontrolliert. Er ist nämlich nicht weisungsgebunden. Es gibt zwar einen Leiter des jeweiligen Dezernats oder einen Präsidenten des Gerichts, trotzdem terminiert jeder Richter seine eigenen Verhandlungen und muss für seine Entscheidungen weder Rechenschaft ablegen, noch kann ihm jemand vorschreiben, wie er zu entscheiden hat. All diese Privilegien kommen daher, dass der Richter unbedingt vor Einwirkungen auf seine Entscheidungen geschützt werden soll. So kann nahezu kein Druck ausgeübt werden, da Kündigungen, Versetzungen und Fremd-Weisungen unüblich sind. Auch die freie Zeiteinteilung ist ein großes Privileg, das gerade jungen Familien sehr entgegen kommen kann. Wer also nicht zwischen Karriere und Familie entscheiden möchte, der ist mit dem Richteramt ebenfalls sehr gut beraten!

 

Wer es also einmal zum Richter geschafft hat, der kann sich meist wirklich nicht beklagen. Der Weg dahin ist schwierig, doch mit Fleiß, Geschick und ein wenig Glück ist das Richteramt durchaus zu erreichen!

 

23. Oktober 2015

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