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Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt – Was passt zu mir?

Die Aufgaben und welche Grundvoraussetzungen man mitbringen muss

Rechtsanwalt, Richter und Staatsanwalt - drei Berufe mit hohem gesellschaftlichen Ansehen und Gehalt - entsprechend hoch ist auch die Interessentenzahl. Da fällt die Entscheidung gar nicht so leicht. Deswegen haben wir dir hier die wichtigsten Aufgaben des jeweiligen Berufes zusammengefasst und auch, welche zusätzlichen Fähigkeiten du mitbringen solltest.
 

Nur die Besten: Welche Noten man mitbringen sollte

In Deutschland gibt es rund 235.000 Juristen und die Tendenz ist steigend. Die Konkurrenz ist groß und dementsprechend suchen sich Arbeitgeber jeweils die besten Absolventen heraus. Obwohl nur etwa 10-15% der Jura-Absolventen ein „vollbefriedigend“ mit 9-12 Punkten erreichen, ist das Prädikatsexamen fast schon eine zwingende Voraussetzung für eine Laufbahn als Staatsanwalt oder Richter. Auch Großkanzleien, die unter vielen Jurastudenten als attraktive Arbeitgeber gelten, bestehen oft auf mindestens ein „vollbefriedigend“ im zweiten Staatsexamen, im Idealfall auch im ersten Staatsexamen.

Kein Weltuntergang: Auch ohne Prädikatsexamen erfolgreich sein

In diesem Fall ist es besonders wichtig, Zusatzqualifikationen vorweisen zu können, die einen von der Masse der Absolventen ohne Prädikatsexamen abheben.

Beispiele für derartige Qualifikationen können Aufbau- und Weiterbildungsstudiengänge sein, etwa ein ausländischer Master of Laws (LL.M.) oder ein Master of Business Law (M.B.L.). Auch eine Fachanwaltsausbildung kann bei der Verbesserung des Bewerberprofils helfen.

Außerdem sollten sich Juraabsolventen generell nicht auf rein juristische Tätigkeit versteifen. In Deutschland kommt ein Anwalt auf 500 „Normalbürger“. Daher sollten auch Juristen Jobs in der freien Wirtschaft in Betracht ziehen. Diese zeichnen sich oft durch eine abwechslungsreiche Tätigkeit aus und sind in verschiedensten Bereichen möglich.
 

Staatsanwälte - analytisch, genau

Die Staatsanwaltschaft ist Herrin des Ermittlungsverfahrens. Der Staatsanwalt kümmert sich um das Vorverfahren im Strafverfahren. Er prüft die Sachverhalte, die von der Polizei ermittelt werden, und entscheidet darüber, ob Anklage erhoben wird. Vor Gericht vertritt ein Staatsanwalt den Staat und übernimmt die Anklage. Um Staatsanwalt zu werden, sind in der Regel Prädikatsexamina erforderlich.

 

Was zeichnet einen guten Staatsanwalt aus?

  • Gute Kommunikationsfähigkeit und Rhetorik
  • Analytisches Denken
  • Genauigkeit
  • Identifikation mit dem Staatsdienst

 

Rechtsanwälte - im Alleingang oder in der Kanzlei

Die Aufgabe des Rechtsanwalts ist es, seine Mandanten zu vertreten und für deren Rechte einzustehen. Als Rechtsanwalt kann man sich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisieren, wie zum Beispiel auf Mietrecht oder Familienrecht. Der Anwalt arbeitet entweder als angestellter Anwalt oder ist selbstständig. Im Hinblick auf die Selbstständigkeit soll jedoch gesagt sein, dass eine erste Berufserfahrung für die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität der eigenen Kanzlei von Vorteil sind.

 

Was zeichnet einen guten Rechtsanwalt aus?

  • Gute Kommunikationsfähigkeit und Rhetorik
  • Analytisches Denken
  • Genauigkeit und strukturiertes Arbeiten
  • Einfühlungsvermögen
In Deutschland kommt ein Anwalt auf 500 „Normalbürger“. Daher sollten auch Juristen Jobs in der freien Wirtschaft in Betracht ziehen.

Richter - neutral und gerecht

Richter sind unabhängig und nicht weisungsgebunden, stehen aber in einem Dienstverhältnis zum Staat. Ihre Urteile sollen unparteiisch und neutral sein. Um Richter zu werden, braucht man mindestens ein Prädikatsexamen, manche Bundesländer verlangen außerdem die erfolgreiche Teilnahme an einem Assessment Center. Nach einer Probezeit wird man zum Richter auf Lebenszeit.

 

Was zeichnet einen guten Richter aus?

  • Gute Kommunikationsfähigkeit und Rhetorik
  • Analytisches Denken
  • Genauigkeit und strukturiertes Arbeiten
  • Neutralität
  • Fähigkeit zur Abstraktion

 

Die drei Berufe Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt in einer Großkanzlei sind hart umkämpft und daher meist nur für Jura-Absolventen mit Prädikatsexamina zugänglich. Abgesehen von fachlichen Voraussetzungen sind auch Genauigkeit, die Fähigkeit zur Analyse von komplizierten Sachverhalten und ein gutes Kommunikationsvermögen vonnöten. Für Absolventen, die nicht mit einem Prädikatsexamen punkten können, bestehen attraktive andere Möglichkeiten, etwa der Schritt in die Selbstständigkeit als Rechtsanwalt oder eine beratende Funktion in einem Unternehmen.

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